Risikoappetit oder Diversifizierung
Samstag, 23. Mai 2009
Autor: dodjit.com
Was wie eine kleine Änderung anfing, war am Ende ein richtiger Dollar-Ausverkauf, da sich die Investoren auf die Währungspendants des Dollars stürzten und diese somit in die Höhe trieben. Auch wenn die Sitzung am Montag aufgrund der besser als erwarteten Zahlen der nationalen amerikanischen Wohnungsbaugesellschaft kleinere Bewegungen an der Devisenfront zeigte, erlebte die Sitzung am Dienstag einen großen Volatilitätsanstieg, als der Dollar in neue Tiefen abgerutschte, ähnlich wie die traurigen Zahlen für neue Wohbauprojekte.
Im Bericht der letzten Woche erwähnten wir, dass sich die Stimmung auf der ganzen Breite in der letzten Zeit verbessert hat – die Zahlen sind jetzt auf Niveaus zurückgekehrt, die wir zuletzt vor dem Kollaps von Lehman Bros sehen konnten. Trotz dieser Tatsache liegen den Investoren die danieder liegenden Sektoren auf dem Gemüt, denn sie zeigen noch immer keine deutliche Verbesserung. Man kann nicht leugnen, dass die derzeitige Krise im Immobiliensektor angefangen hat; deshalb studieren viele jede Veröffentlichung mit großer Aufmerksamkeit und hoffen, dass sie endlich den Boden oder eine deutliche Verbesserung sehen können.
Wirtschaftliche Daten haben gezeigt, dass der Immobilienindex letzte Woche angetrieben von neuen Einfamilienhäusern von 14 auf 16 Punkte anstieg, aber die Zahl von neuen Bauprojekten, die am Dienstag veröffentlicht wurde, zeigte eine deutliche Absenkung auf nur 458.000 an.
Die Aktien stehen auch weiterhin hoch
In den letzten Monaten haben sich Devisenhändler an in-situ-Aktionen gewöhnt, bei denen der Dollar und die Aktienindices in einer negativen Korrelation zueinander gehandelt wurden. Vor März wurde der Dollar-Index als ein sicherer Hafen angesehen, da die Investoren diese Weltmarktwährung gegenüber dem risikoreichen Aktienmarkt bevorzugten. Viele Trends oder Gegentrends waren von ähnlichen Situationen charakterisiert:
Wenn die Aktien stiegen, verlor der Dollar an Stärke.
Wenn die Aktien fielen, gewann der Dollar als ein sicherer Hafen an Stärke.
In dieser Woche hat die Korrelation zwischen den beiden deutlich abgenommen, da sich die Aktien zurückzogen, der Dollar aber nicht an Stärke gewann, sondern schnell gegen seine Pendants verlor. Einen Blick auf den Chart unten zeigt die Bewegungen der letzten Woche. Wenn die Hauptindices korrigiert wurden, geschah dies auch beim Dollar-Index.

Die schlimmste Furcht der USA
In den letzten Wochen stand in den Schlagzeilen, dass die USA aufgrund der Ernsthaftigkeit ihrer Probleme und dem enormen Defizit ihre Bonität verlieren könnte. Diese Schlagzeilen haben die US-Investoren auch in der letzten Woche geängstigt, als Standard & Poor ihre Beurteilung der britischen Wirtschaft von “stabil” auf “negativ” veränderte und andeutete, dass dies auch in den USA geschehen könnte.
Heute lässt die größte Wirtschaft mit ihrer Steuerpolitik und den Milliarden, die sie im letzten Jahr zur Unterstützung des Finanzsystems ausgegeben hat, einen riesigen Schuldenberg anwachsen. Nach letzten Angaben haben die USA Schulden in Höhe von $11,3 Milliarden. Im Falle eines Downgrades könnte das einen Dominoeffekt für die ganze Welt haben, vor allen Dingen da der US-Dollar als die wichtigste Weltmarktswährung angesehen wird.
Waren die Devisenbewegungen in der letzten Woche von einer Diversifizierung verursacht worden, als Investoren ihr Geld aus dem Dollar abgezogen, oder waren diese einfach risikobereiter?
Schluss
Noch ist es zu früh, um irgendwelche Schlüsse zu ziehen, aber die Verschiebungen in den Währungen in der letzten Woche ließen Fragen über die Stärke der US-Wirtschaft aufkommen. Außer der Stärke der Dollar-Pendants hatte auch Gold eine fantastische Woche hinter sich, denn es stieg stark an. Gold, das als sicherer Hafen gegen die Dollarentwertung angesehen wird, stieg letzte Woche auf ganze $961,14 an und schloss die Woche mit einem Gewinn von 2,80 %.
Trotz aller Ängste muss man einen Blick auf den Aktienmarkt für eine letzte Bestätigung werfen. Die Veränderung der Aktien in der letzten Woche war am Ende doch nur ein kleiner Rückzug. Der Dow Jones fand über 82 Punkten Unterstützung, während der angeschlagene Finanzsektor die Woche mit einem Verlust von nur 1,13 % schloss. Die Handelssitzungen in der kommenden Woche werden entscheidend sein und könnten Gründe für die letzte radikale Bewegung geben. Einerseits ist zu erwarten, dass die Dollarschwäche, wenn die Aktien weiter steigen, nur als Risikoappetit für die Pendants eingestuft wird. Wenn es allerdings zu einem massiven Ausverkauf kommt und der Dollar weiter sinkt, könnte man annehmen, dass weitere Probleme bevorstehen und dass die letzten Bewegungen auf dem Devisenmarkt mit einer Diversifizierung in Verbindung stehen – dass also andere Währungen außer dem “sicheren Hafen” Dollar bevorzugt werden.
Technische Bilder
EUR/USD

GBP/USD

USD/JPY

|
Time and date |
Event |
Currency |
Previous |
forecast |
|
Tuesday, May 26th, 03:00 AM GMT |
Inflation Expectations q/q  |
NZD |
2.3% |
 |
|
Tuesday, May 26th, 02:00 PM GMT |
CB Consumer Confidence  |
USD |
39.2 |
42.1 |
|
Wednesday, May 27th, 03:00 AM GMT |
NBNZ Business Confidence  |
NZD |
-14.5 |
 |
|
Wednesday, May 27th, 02:00 PM GMT |
Existing Home Sales  |
USD |
4.57M |
4.65M |
|
Thursday, May 28th, 01:30 AM |
Private Capital Expenditure q/q  |
AUD |
6.0% |
-5.5% |
|
Thursday, May 28th, 07:55 AM |
German Unemployment Change  |
EUR |
58 |
66 |
|
Thursday, May 28th, 10:00 AM |
CBI Realized Sales |
GBP |
3 |
-10 |
|
Thursday, May 28th, 12:30PM |
USD |
-0.6% |
-0.4% |
|
|
Thursday, May 14th, 12:30 PM |
Unemployment Claims |
USD |
631K |
628K |
|
Thursday, May 28th, 02:00PM |
New Home Sales  |
USD |
356K |
363K |
|
Thursday, May 28th, 10:45PM |
Building Consents m/m  |
NZD |
 -4.6% |
 |
|
Friday, May 29th, 02:00AM GMT |
Annual Budget Release  |
NZD |
 |
 |
|
Friday, May 29th, 09:15AM GMT |
ECB President Trichet Speaks  |
EUR |
 |
 |
|
Friday, May 29th, 12:30 PM GMT |
Prelim GDP q/q  |
USD |
-6.1% |
-5.5% |
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