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Wochenbericht 16. November

Sun, Nov 15, 2009

Weekly-German

Die Aktienmärkte stiegen in der letzten Woche an und erreichten neue Rekordhöhen für 2009, als solide Gewinne und ermutigende Wirtschaftsnachrichten die Investoren wieder hin zu riskanteren Vermögenswerten lockten. Der wichtige S&P 500-Index schloss die Woche um 24 Punkte oder 2,25% höher. Er erreichte mit 1105 einen neuen Höchstwert für 2009, und der Dow Jones hielt Schritt mit 10.342 Punkten. Die Bewegungen der Aktien wurden in der letzten Woche vor allen Dingen durch den Devisenmarkt verursacht, als multinationale, börsennotierte Unternehmen, die von den Fluktuationen auf dem Devisenmarkt beeinflusst werden, den Weg nach oben anführten.

Die Märkte fingen am Montag solide an, nachdem die G 20-Staaten wenig Interesse für die Schwäche des US-Dollars gezeigt hatten. Der US-amerikanische Aktienmarkt schoss nach oben, der Dow Jones stieg um 2,0% und der S&P um 2,2% an. Finanzwerte und Industriewerte übertrafen sich gegenseitig, was den Markt weiter nach oben trieb. Die Hauptbotschaft des G-20-Treffens am Wochenende war, dass Regierungen die Impulspakete für Wirtschaften, die sich jetzt in die richtige Richtung bewegen, beibehalten und unterstützen wollten, um der aktuellen Rezession Herr zu werden.

Am Mittwoch wurde eine ganze Fülle von Wirtschaftsdaten in Asien öffentlich, was das Vertrauen in ein mögliches globales Wachstum stimulierte. Die eindrucksvollen Einzelhandelszahlen (um 16,2 % höher für das laufende Jahr – verglichen mit den erwarteten 15,7 % und den 15,5 % im September) und die Industrieproduktion (die von 13,9 % für das laufende Jahr im September auf 16,1 % im Oktober anders als die erwarteten 15,5 % angestiegen war) verstärkten die Hoffnung, dass China der Weltwirtschaft mehr Triebkraft geben würde. Dies und die besser als erwarteten japanischen Maschinenbestellungen, die mehr als doppelt so schnell als im September erwartet angestiegen waren, stützten das Vertrauen in eine mögliche Erholung. Die Bestellungen waren in diesem Monat um 10,5 % angestiegen, also viel mehr als die erwarteten 4,1 %.

Die Aktienmärkte konnten in dieser Woche auch weiterhin Gewinne verzeichnen, auch wenn die Marktteilnehmer auf die Arbeitslosenzahlen aus den USA warteten, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Das amerikanische Arbeitsministerium ließ in seinem Wochenbericht verlauten, dass die neuen Anträge für Arbeitslosenunterstützung um 12.000 auf 502.000 in der Woche, die am 7. November endete, gefallen waren. Das war die niedrigste Zahl seit dem 3. Januar. Das Ergebnis der Vorwoche wurde von 512.000 auf 514.000 korrigiert. Analysten hatten eine Absenkung auf 510.000 erwartet, Optimisten dagegen hatten sogar auf eine Absenkung auf weniger als 500.000 gehofft. Das Ergebnis enttäuschte und ließ nur beschränkte Gewinne zu, wodurch die Aktienindices fielen und der Dollar anstieg.

Am Freitag wurden in EWWU die BIP-Zahlen veröffentlicht, die etwas schlechter als erwartet waren. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone stieg im dritten Quartal um 0,4 %, nachdem es im zweiten um 0,2 % abgesackt war. Das war die erste vierteljährliche Expansion seit dem ersten Quartal 2008. Auf das Jahr umgerechnet hatte sich die Schrumpfung des BIP auf 4,1 % von 4,8 % im zweiten Quartal verringert. Wirtschaftsexperten hatten erwartet, dass die erste Schätzung des BIPs für das dritte Quartal eine Expansion der Wirtschaft um 0,6 % für das Quartal und eine Schrumpfung um 3,9 % für das gesamte Jahr anzeigen würden.

Devisenhandel:

Auch wenn der Dollar in der letzten Woche eine relative Stärke aufweisen konnte, konnte er doch keine größeren Bewegungen mitmachen und schien regelrecht aus der Puste geraten zu sein. Der Euro verlor an Boden, da er seine Gewinne über $1,5000 nicht beibehalten konnte und Ende der Woche sogar abrutschte. Auch wenn die Händler die jüngsten Gewinne mitnehmen wollten, konnte die Währung über dem $1,4875/85-Bereich bleiben (um den 20-tägigen Bewegungsdurchschnitt und dem 38,2 % Retracement der neusten Rallye). Die Daten für die Industrieproduktion in der Eurozone waren auch etwas enttäuschend, sie stiegen im September nur um 0,3 % vom Vormonat an (die Erwartungen lagen bei 0,5 %). Positiv war, dass die Wirtschaftsdaten für die deutsche Produktion im September fast um ganze 3 % angestiegen waren und somit die für die deutschen BIP- Ergebnisse errechnete Schrumpfung für das dritte Quartal geringer als erwartet war. Das spanische BIP hatte sich auch besser als erwartet entwickelt mit einem Jahresergebnis von -4,0 % anstelle der erwarteten -4,1 %. Von einem technischen Standpunkt aus betrachtet besteht jetzt die Gefahr, dass der Euro eine Doppelspitze mitmachen wird und nur schwer über $1,50 ansteigen kann. Man darf nicht vergessen, dass ein Durchbruch unter 1,48 das Paar EUR/USD nach unten ziehen und einen zusätzlichen Verkaufsdruck verursachen könnte.

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Der australische Dollar erreichte eine neue Jahresrekordhöhe mit 93 Cent gegenüber dem US-Dollar. Australische Baugenehmigungen stiegen im September um die höchsten Werte seit sechs Monate an, was die Pläne der australischen Zentralbank rechtfertigt, in den nächsten Monaten den Leitkurs anzuheben. Auch wenn die Zentralbank bewusst das Wort “schrittweise” benutzt hat, um die Entwicklung des Leitkurses in den nächsten Monaten zu beschreiben, untermauern die sich verbessernden Daten die Spekulationen für eine raschere Straffung. Das Paar AUD/USD schloss die Woche knapp unter den mehrjährigen Höchstwerten.

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Das britische Pfund dagegen geriet unter Druck, als die Kommentare des Zentralbankgouverneurs King zum vierteljährlichen Inflationsbericht veröffentlicht wurden. Er sprach davon, dass ein schwächeres Pfund für die Wirtschaft vorteilhaft sein und dem Wirtschaftswachstum helfen könnte. Weiterhin sagte er, dass er „offen“ für Anleihenkäufe sei, was nahe legt, dass die Bank of England seine quantitativen Lockerungen noch nicht beenden wird. Die Bank of England erwartet, dass die Inflation für den größten Teil der nächsten drei Jahre unter der angestrebten 2 %-Grenze liegen wird, bevor sie wieder nach oben klettert. Diese Erklärungen hatten eine negative Wirkung auf das Pfund und schickten es weiter in den Keller, nachdem es starke Gewinne verzeichnen konnte. Auch wenn Grundsatzdaten auf eine weitere Schwächung hindeuten, könnten die technischen Niveaus stark bleiben, vor allen Dingen da das Pfund jetzt um seinen früheren Widerstand gehandelt wird.

Die kommende Woche

In der nächsten Woche wird eine Vielzahl von Daten veröffentlicht, einige werden eine große Wirkung auf die Innertagessitzungen haben. Am Montag fängt die Woche mit den US-amerikanischen Einzelhandelszahlen und dem Bericht über die allgemeinen Lagerbestände in den Unternehmen an. Am Dienstag wird der Markt den britischen Verbraucherpreisindex und den amerikanischen Produzentenpreisindex, sowie die Zahlen zu Industrieproduktion und Kapazitätsauslastungen absorbieren müssen. Später in der Woche werden der australische Lohn-Preis-Index, das Protokoll der britischen Zentralbanksitzung und der genau beobachtete Verbraucherpreisindex in den USA veröffentlicht werden. Die Zahlen werden von den Investoren kritisch überprüft werden im Hinblick darauf, ob die Inflation nicht vielleicht das Wirtschaftswachstum schädigen könnte. Am Freitag wird die japanische Zentralbank ihre Zinssatzentscheidung hervorbringen. Zu erwarten ist, dass die Bank das aktuelle Niveau von 0,1 % beibehalten wird.

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