Das BIP verliert schnell seine Wirkung, Zinssatzentscheidungen stehen bevor
Die Investoren mussten in der letzten Woche eine richtige Achterbahnfahrt mitmachen, denn die wirtschaftlichen Daten hatten eine große Wirkung auf den Devisenmarkt. Auch wenn die Hauptnachrichten am Donnerstag in Form von besser als erwarteten BIP-Ergebnissen kamen, ließ die Wirkung dieser Neuigkeit schnell nach, als die Märkte am Freitag noch tiefer rutschten. Die Sitzung am Freitag war eine echte Kehrtwende, als die Märkte nach unten abrutschten und die Woche abrupt beendeten. Der S&P 500 schloss die Woche mit 4 % oder 43 Punkten niedriger bei 1036. Der Dow Jones-Durchschnitt schloss den Monat unverändert.
Der Markt begann die Woche in der Defensive, er wurde von Transport-, Finanz- und Gesundheitsaktien nach unten geführt. Auch wenn frühere Nachrichten von großen Unternehmen wie IBM halfen, einen starken Abfall zu vermeiden, verhinderten die Zahlen des Verbrauchervertrauens, dass sich das Momentum der vorherigen Woche fortsetzen konnte. Der Markt zeigte am Dienstag und am Mittwoch weitere Schwächen, denn die Marktteilnehmer warteten auf die Veröffentlichung der amerikanischen BIP-Zahlen am Donnerstag. Die Wechselwirkung zwischen der Dollarstärke und der Schwäche des US-amerikanischen Aktienmarkt war in dieser Woche besonders stark, dass sich der Dollar von überverkauften Niveaus erholte. Wie man auf dem Chart unten sehen, kann kletterte der Dollar in dieser Woche mit einem S&P-Ausverkauf höher.

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Donnerstag war der große Tag der Woche, als eine ganze Welle von Schlagzeilen vom Ticker kamen. Die japanische Industrieproduktion ist im September im siebten Monat nacheinander angestiegen, also für den längsten Zeitraum seit 12 Jahren. Die Produktion stieg um 1,4 % verglichen mit dem Vormonat, also mehr als um die erwarteten 1 %. Die USA veröffentlichte ihr Bruttoinlandsproduktergebnis (BIP), was auch viel besser als allgemein erwartet war. Das Bruttoinlandprodukt erweiterte sich um eine saisonbereinigte Jahresquote von 3,5 % im dritten Quartal, einem Anstieg, der klar der staatlichen Unterstützung zu verdanken ist. Einige der größten Wachstumskomponenten kamen aus Ausgaben für den Auto- und Hausbau, zwei Bereichen, die von staatlichen Programmen unterstützt worden waren. Von dem 3,5 %-igen Wachstum kamen etwa 1 % aus Auto- und Autozubehörverkäufen. Die Autoverkäufe waren durch das staatliche Abwrackprämienprogramm „Cash for Clunkers“ beschleunigt worden.
Am Freitag standen die Verbraucherausgaben und die Einkaufsmanagerumfrage aus Chicago im Mittelpunkt. Verbraucherausgaben waren im September um 0,5 % gefallen, als das Abwrackprämienprogramm auslief, die Verdienste aber nicht anstiegen. Laut einem Bericht des Handelsministeriums sind Analysten jetzt besorgt, dass die wirtschaftliche Erholung jetzt trotz der projizierten Zahlen an Schwung verlieren könnte, da es keine staatlichen Hilfen mehr gibt.

Der Dollar stieg diese Woche an
Der Dollar stahl letzte Woche allen die Show und stieg gegen die meisten Devisenpaare an, als Händler nach einem sicheren Hafen auf dem Devisenmarkt suchten. Dem Euro wurde während der Woche stark zugesetzt, denn es wurden fünf große Zahlen verkauft. Die wirtschaftlichen Daten, die das Statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, veröffentlichte, zeigte das die Arbeitslosenrate in den 16 Ländern, in denen der Euro die offizielle Währung ist, ihr höchstes Niveau seit den Rekordzahlen 1999 erreicht hatte. Die Arbeitslosenzahl in der Eurozone kletterte von 9,6 % im August auf 9,7 % im September. Eurostat erklärte, dass sich 184.000 Personen im September in der Eurozone neu arbeitslos gemeldet hatten, verglichen mit 165.000 im August. Das brachte die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf 15,3 Millionen. Die Zahlen zeigten, dass 3,2 Millionen Menschen in diesem Jahr bis September ihre Arbeit verloren haben. Von einem technischen Standpunkt aus betrachtet kam das Währungspaar EUR/USD am Freitag auf eine wichtige Trendlinie herunter, die die Händler genau beobachten werden. Ein Durchbruch der Unterstützungslinie könnte zu neuen Tiefen führen.

Der Ausverkauf letzte Woche fand auf breiter Basis statt und wirkte sich sogar auf das britische Pfund aus. Auch wenn das Pfund eine relative Stärke gegen seine Währungspendants letzte Woche zeigte, verstärkten die Schlagzeilen den Druck und verhinderten seinen Anstieg. Schlagzeilen von Nationwide, dass die britische Immobilienpreise um 2,0 % verglichen mit dem Vorjahr angestiegen waren, dem ersten Anstieg in 19 Monaten, und einer Verbesserung des Verbrauchervertrauens von -16 auf -13 laut Gfk hatten nur eine kurzfristige Wirkung. Ein Blick in die Zukunft legt nahe, dass das Pfund durch die Ereignisse in der nächsten Woche wieder unter Druck kommen wird. Es steht eine Sitzung der Bank of England vor, bei der der Geldpolitikausschuss die quantitativen Lockerungen erweitern wird, nachdem sich im dritten Quartal das BIP kontrahiert hatte.
Auf der anderen Seite des Globus erklärte die Bank of Japan, dass es in den nächsten Monaten die Notfallmaßnahmen auslaufen lassen wird, mit denen die Kreditbedingungen verbessert worden waren. Wie erwartet wird auch das Kaufprogramm für Commercial Papers, für kurzfristige, unbesicherte Schuldtitel, Ende dieses Jahres auslaufen. Andere Programme werden dagegen fortgesetzt werden, darunter auch Zinszahlungen für außerordentliche Rücklagen. Mit den niedrigen Zinssätzen und der niedrigen Inflation kann man jetzt verstehen, warum die Nachrichten für den Yen positiv waren und ihm halfen, gegen den Dollar, den Euro und das Pfund an Stärke zu gewinnen.

Die kommende Woche
In der bevorstehenden Woche werden viele wichtige wirtschaftliche Daten, darunter auch die Markt bewegenden NFP-Ergebnisse, veröffentlicht werden. Die Daten am Freitag werden zeigen, ob die neuesten Wachstumszahlen staatliche Rückendeckung haben oder ob die Arbeitslosigkeit ihren Gipfel erreicht hat. Man darf nicht vergessen, dass höhere Arbeitslosenzahlen oft bedeuten, dass die Endverbraucher Einkäufe vermeiden, weil sie keine Arbeit haben. Weiterhin werden drei Zentralbanken in dieser Woche ihre Zinssatzentscheidungen veröffentlichen. Auch wenn zu erwarten ist, dass alle Banken ihre aktuellen Zinsniveaus beibehalten, werden die Investoren die Erklärungen genau untersuchen, um zu sehen, ob eine gesunde, wirtschaftliche Wende die Zinssätze in der Zukunft in die Höhe treiben werden.
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Sun, Nov 1, 2009
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